Der PvP-Part im Online-Rollenspiel World of WarCraft war schon immer umstritten und Gegenstand hitziger Diskussionen. Man mag zu der Ausarbeitung der Spielerkämpfe stehen wie man mag; Blizzard Entertainment hat in den vergangenen Monaten einiges getan - und wird dies auch in Zukunft tun.
Es mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch viele Spieler können sich dem Reiz von zünftigen PvP-Gefechten (Player versus Player) nicht entziehen - schon gar nicht im Rahmen eines Online-Rollenspiels. So gilt Dark Age of Camelot für viele Genrekenner noch heute als Paradebeispiel für spannendes und gleichzeitig intelligent aufgebautes PvP. Bei Primus World of WarCraft wurde der entsprechende Part hingegen lange Zeit lediglich mit einem müden Lächeln bedacht. Viele Fans warfen den Entwickler mangelnden Tiefgang in der Spielmechanik und den daraus resultierenden Schlachten vor. Doch in den vergangenen Monaten hat sich einiges getan und auch die Zukunft deutet darauf hin - World of WarCraft geht einen weiteren Schritt in Richtung PvP.
In der Arena spielen Teams mit bis zu fünf Teilnehmern um Punkte und eine gute Platzierung in der Rangliste.
Was lange währt... Wer erinnert sich noch an die Zeit, in der Blizzard Entertainment die ersten Gehversuche in Bezug auf PvP gemacht hat? In World of WarCraft wohlgemerkt. Einige denken mit Grauen an diese Tage zurück: Chaotisches Playerkilling, sinnloses Töten von niedrigstufigen Charakteren und vor allem viel Frust prägten das Bild dieser PvP-Pionierzeit. Die Entwickler besserten schon bald nach, führten ein Ehre-System ein und versuchten auf diese Weise die Wogen wieder etwas zu glätten. Zudem sollten Schlachtfelder - die so genannten Battlegrounds - das Kampfgeschehen auf instanzierte Gebiete verlagern. Lange Wartezeiten und zum größten Teil planlose Massenschlachten waren die oftmals ungeliebte Folge. Die Kritik seitens der Fangemeinde war nicht gerade klein und das Team von Blizzard wurde stets in die Rolle des Reaktionärs gedrängt.
Trotz aller Unkenrufe muss man den Jungs aus Kalifornien jedoch zugute halten, dass sie stets bemüht waren, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und den Spielern neue Inhalte zu bieten. Das fing mit der Aufstockung der Schlachtfelderanzahl an und hörte mit der Einführung von PvP-Belohnungen noch lange nicht auf. Zudem wurden mehrere Server zu einem so genannten Realmpool zusammengefasst, um allzu lange Wartezeiten zu vermeiden. Letzteres war jedoch nur teilweise von Erfolg gekrönt: Auch heute noch gibt es Server, auf denen einige Spieler rund eine Stunde bis zum Start eines Schlachtfeldes warten müssen.
Im ersten offiziellen Turnier können sich die Teilnehmer ihre Rüstung aus einem vorgegebenen Equip-Pool zusammenstellen.
Die Zeit der Gladiatoren Mit der Zeit gewann das PvP-System in World of WarCraft sichtlich an Reife, hatte jedoch noch immer mit Problemen zu kämpfen. Die besten Belohnungen konnten nur solche Spieler abgreifen, die irrsinnig viel Zeit in Kämpfe mit anderen Spielern investierten. Zudem waren und sind die Gefechte noch immer stark vom der Ausrüstungsqualität der Teilnehmer abhängig. Ein Spieler mit Karazhan-Equip kann noch so gut spielen - gegen einen komplett in Saison 3-Rüstung gekleideten Kontrahenten sieht er kein Land. Apropos Saison 3: Dahinter verbirgt sich eine weitere Neuerung der jüngeren Vergangenheit. Um PvP-willigen Gesellen ein neues Betätigungsfeld zu bieten, wurden die so genannten Arenakämpfe eingeführt. In drei verschiedenen Schauplätzen treten seitdem Teams mit bis zu fünf Mitgliedern gegeneinander an und kämpfen um Ranglistenplätze sowie Punkte. Zwar ist auch dieses System nicht unumstritten, es zeigt aber deutlich, dass Blizzard den PvP-Part von World of WarCraft weiterhin ernst nimmt.
Ein reiner eSport-Titel im Stil eines Counter-Strike & Co. wird es jedoch wohl nie werden - allen Andersdenkenden zum Trotz. Die Ausrüstung spielt eine noch immer zu große Rolle beim Ausgang der Partien; und nicht das reine Können. Doch die jüngsten Entwicklungen stellen abermals unter Beweis, dass sich Blizzard nicht verschrecken und nichts unversucht lässt. Um besagten Kritikern zu begegnen, wurde vor kurzem ein spezielles Arena-Turnier gestartet. Es handelt sich dabei um ein offiziell von Blizzard organisiertes Turnier, das auf separaten Servern ausgetragen wird. Drei-Mann-Teams treten dort unter Wettbewerbsbedingungen gegeneinander an und kämpfen um Preisgelder in Höhe von insgesamt 200.000 Dollar. Der Clou: Jeder Teilnehmer kann sich einen Level 70-Charakter erstellen und seine Ausrüstung aus einem vorgegebenen Pool wählen. Damit fällt der so genannte Equip-Bonus einiger Leute weg und Teamwork sowie persönliches Können stehen mehr im Vordergrund. Den ersten Berichten zufolge steigt die Akzeptanz der Spieler in Hinsicht auf das beabsichtige eSport-Flair tatsächlich an. Genaues kann man jedoch erst nach dem Abschluss des Turniers sagen.
Auf den Schlachtfeldern herrscht noch heute oftmals Chaos statt Teamwork vor.
Was bringt die Zukunft Dass vor allem das Arena-Konzept von Erfolg gekrönt ist, zeigen die Planungen für die nähere Zukunft. In wenigen Wochen startet die vierte Saison mit neuen Ranglisten und Belohnungen. Auch ein weiteres offizielles Turnier dürfte bei entsprechendem Erfolg der ersten Ausführung nicht lange auf sich warten lassen. Zudem wurden mit dem erst kürzlich veröffentlichten Patch v2.4.2 Änderungen am Punktesystem vorgenommen, um zu vermeiden, dass schwache Teams allzu oft gegen Hardcore-Gruppen antreten - zumindest größtenteils. Denn PvP macht nur dann auf Dauer Spaß, wenn jeder Teilnehmer - in einem gewissen Rahmen - die gleichen Voraussetzungen hat oder es genügend Alternativen gibt. Das PvP-System in World of WarCraft ist noch lange nicht perfekt und es gibt einige Baustellen, bei denen Blizzard noch Hand anlegen muss. Schaut man sich jedoch die Entwicklung der vergangenen Monate ganz objektiv an, kommt man zu dem Fazit: Es wird... es wird.
18.07.2008 - 18:15 Uhr princenussi
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