Während hierzulande die Temperaturen derzeit wieder etwas sinken, kommt ein Spiel wie Big Beach Sports gerade recht, um wieder sommerliche Gefühle zu wecken. Strandatmosphäre und Minispiele für bis zu vier Teilnehmer - was kann da noch schief gehen?
Ok, man kann es drehen und wenden wie man will. Mit der Veröffentlichung der Wii-Konsole samt Wii Sports oder Wii Play hat das Genre der Partyspiele zu einem neuen Höhenflug angesetzt - daran gibt's nichts zu rütteln. Es ist daher nicht verwunderlich, dass mittlerweile zahlreiche Publisher auf den Zug des Erfolges aufspringen wollen, um ebenfalls von diesem Phänomen zu profitieren. Das sahen wohl auch die Verantwortlichen bei THQ nicht anders und schicken jetzt mit Big Beach Sports einen passenden Titel ins Rennen. Niedriger Preis und Partylaune; das sollte doch als Zugpferd reichen. Tut es aber nicht.

Was auf diesem Bild noch massig Aktion verspricht, entpuppt sich in der Praxis als anspruchsloses Simpelspielchen.
In den Sand gesetztDabei fängt alles recht launig an: Ein halbes Dutzend Sportarten, die allesamt an einem von der Sonne durchtränkten Strand stattfinden. Und bis zu vier Spieler an die Wii-Konsole locken. Optimale Voraussetzungen für vergnügliche Stunden also. Allerdings werden daraus nur einige wenige Minuten, denn sowohl Anspruch als auch Spieltiefe und Präsentation lassen zu wünschen übrig. Dröseln wir das mal Stück für Stück auf: Die Auswahl und Gestaltung der Spiele bewegt sich auf einem stark schwankenden Niveau. Da gibt es zum einen recht unterhaltsame Disziplinen wie zum Beispiel das Disc-Golf,

bei dem man eine Frisbee über einen Parcours bis hin zum eigentlichen Ziel (ein Korb) werfen muss. Oder wie wäre es mit einer Partie Strand-Football? Auch Volleyball und Fußball stehen auf dem Programm. Wem das zu viel Action ist, der schiebt beim Cricket oder Boccia im wahrsten Sinne des Wortes eine ruhigere Kugel. Klingt nach viel Abwechslung, birgt jedoch einige Tücken. So entpuppt sich eine Beach-Soccer-Partie schon bald als wirres Gekicke samt Buttonmashing, und die Boccia-Partien sind aufgrund der vorher einstellbaren Wurfweite recht witzlos.
Zudem stellen sich die Entwickler von den HB Studios selbst ein Bein. Die simple Steuerung nimmt euch zu viel Arbeit ab. Lediglich mit der Wiimote bewaffnet, beschränken sich die Aktionen oftmals aufs Schwingen der Fernbedienung samt kurzem Knöpfchendrücken. Den Rest übernimmt die CPU: Die Charaktere bewegen sich - abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen - selbständig über den Platz/Kurs. Das mag einerseits den Einstieg für ungeübte Spielernaturen enorm vereinfachen und stellt den Party-Aspekt merklich in den Vordergrund. Andererseits mangelt es den Spielen aber auch an Tiefgang, Anspruch und Freiraum für Experimente oder taktischen Raffinessen. Angetäuschte Schmetterschläge beim Volleyball, geschickte Laufwege beim Fußball - all das gibt es bei Big Beach Sports nicht. Es mag sicherlich Leute geben, die einen solchen Umstand als angenehm empfinden. Halbwegs engagierte Spieler werden jedoch nach wenigen Minuten von Langeweile geplagt.

Sobald sich mehrere Spieler vor der Konsole versammeln, steigt der Spielspaß etwas an.
Strand-Party ohne PfiffGesellen sich jedoch bis zu drei Freunde hinzu, hält der Spielspaß spürbar länger an - ohne jedoch in Schwindel erregende Höhen zu steigen. Gemeinsam mit menschlichen Akteuren kann man zumindest schon mal die mäßige
KI beseitigen, und der Aspekt der Schadenfreude kommt ebenfalls hinzu. Doch auch für die Multiplayer-Partien gilt: Big Beach Sports ist nur für kurze Zeit genießbar. Erschwerend kommt nämlich bei allen
Modi hinzu, dass die im Prinzip gut angedachte Steuerung leicht "missbraucht" werden kann. Bei einigen Disziplinen ist es beispielsweise nahezu völlig egal, wie man die Wiimote bewegt - der Erfolg kommt dennoch. Das nimmt den Events einiges an Reiz. Selbst wenn man all das beiseite lässt, winken euch nicht mal irgendwelche Belohnungen für eure Leistungen. Abgesehen von einigen schnöden Pokalen oder freischaltbaren Charakteren gibt es nichts, was für Langzeitmotivation sorgen würde. Kein Karrieremodus, keine Online-Listen ... nix dergleichen. Schade eigentlich.
Noch dazu reißt die Präsentation von Big Beach Sports niemanden wirklich vom Hocker. Wie schon bei Wii Play & Co. ist die Grafik sehr minimalistisch gehalten. Kümmerliche Animationen, detailarme Figuren und leblos in Szene gesetzte Schauplätze animieren nicht gerade zu Freudengesängen. Selbiges gilt für das auf Dauer monotone Gedudel, das sich wohl als Musik bezeichnet, sowie die mageren Soundeffekte. Ein kleiner Lichtblick und eine nette Idee ist der erweiterte Charakter-Editor: Mithilfe des
Nintendo DS kann man die Gesichtszüge der Figuren ändern.