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Hype it!
Release: keine Angabe
Status: keine Angabe
Plattformen: PC
Publisher: Application Systems Heidelberg
Entwickler: keine Angabe
Genre: Simulation
Off. Seite: keine Angabe
Fansite: keine Angabe

Über den Wolken

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Hype it!
Als Spieleredakteur ist man mitunter Vielflieger. Alle paar Wochen darf man sich durch die Sicherheitsprozeduren wechselnder Flughäfen drängeln und auf häufig frequentierten Linien wird man von den Stewardessen irgendwann namentlich begrüßt. Was nach Abenteuer pur klingt, ist in Wirklichkeit nur die ersten Male spannend, danach hängen einem die Prozedur rund ums Einschecken und geprellte Kniescheiben dank der engen Sitzverhältnisse zum Halse raus. Trotz alledem büßt das Fliegen nichts von seiner Faszination ein.

Selber im virtuellen Cockpit Platz zu nehmen begeistert zumindest mich seit 1989. Als kleiner Steppke versuchte ich, in der vierten Auflage von Microsofts Flugsimulator mit Tastatur und Maus durch die Wolkenkratzer Chicagos zu manövrieren. Ein paar Jahre später hielt ich meinen ersten Joystick in den Händen. Was damals noch ein alltägliches Eingabegerät für Actionspiele wie Privateer, Strike Commander oder 1942 Pacific Air War war, mutet heute eher exotisch an.

Der erste Eindruck wirkt trist und schwer zugänglich. Für bodenständige Spieler mag das zutreffen, erfahrene Simulatorpiloten hingegen fühlen sich direkt heimisch.

Zuletzt wurde der Knüppel für den Flight Simulator X entstaubt. An originalgetreuen Großstädten und touristisch interessanten Sehenswürdigkeiten wie den Pyramiden von Gizeh oder dem Grand Canyon in die Lüfte aufzusteigen war schon sehr reizvoll. Leider hat der Flugsimulator einen großen Nachteil, der ihn für wirkliche Simulationsfans uninteressant macht: Anstatt das Flugmodell zu berechnen, werden Wahrscheinlichkeitstabellen abgerufen. Hier kommt X-Plane ins Spiel. Das Ein-Mann-Projekt berechnet durchgängig die Strömungsverhältnisse am Flugzeug. Windböen, Thermik an Berghängen und der Jetstream haben auf diese Weise realistische Auswirkungen. Doch natürlich braucht man keine Wetterphänomene, um den Unterschied zu spüren.

Egal ob Kleinflugzeug, Segelflieger, Kampfjet, Modellflugzeug, Senkrechtstarter, dicker Jumbo oder wie hier ein Hubschrauber - in X-Plane 9 kann man sie alle fliegen.

Ein Strömungsabriss an den Tragflächen, beispielsweise durch eine zu geringe Geschwindigkeit, fühlt sich wesentlich glaubwürdiger an. Der Realismus geht so weit, dass X-Plane in einer modifizierten Version von der amerikanischen Luftfahrtbehörde (FAA) zur Ausbildung von Linienpiloten zugelassen ist.

Dieser Realismus erfreut mit Sicherheit viele Hobbypiloten und Simulationsfreaks, sorgt bei normalen Spielern aber erst einmal für Frust. Nachdem man Flugzeug und Flughafen sowie Datum und Tageszeit eingestellt hat, findet man sich auf der Startbahn wieder. Es herrscht Ruhe. Kein Wunder, schließlich sind die Motoren ausgeschaltet. Nach kurzer Lektüre der übers Menü integrierten Hilfe drückt der hoffnungsvolle Laie die Taste zum Motorenstart und wundert sich, dass nichts passiert. Des Rätsels Lösung: Die Zündmagneten stehen in der falschen Stellung und müssen durch eine Tastenkombination erst mal richtig positioniert werden, um alle nötigen Motoren zu starten. Danach sollte man die Bremsen lösen und den Schub erhöhen. In der Regel rollen wir jetzt los, allerdings neigt das Flugzeug bei Seitenwind dazu, von der Startbahn abzukommen, und man muss mit dem Ruder gegensteuern. Kaum haben wir die nötige Geschwindigkeit erreicht, ziehen wir den Steuerknüppel zu uns und heben ab. Adieu, fester Boden.
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