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Hype it!
Release: PC: Juni 2008
Status: Released
Plattformen: PC
Publisher: World Forge
Entwickler: Jowood
Genre: Strategie
Off. Seite: keine Angabe
Fansite: keine Angabe

Völkerk(r)ampf

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Hype it!
Ein kleines Dilemma: Wer auf Strategiespiele steht, aber weder mit Weltkriegs- noch Science Fiction-Szenarien etwas anfangen kann, steht nicht selten auf verlorenem Posten. Wie wäre es zur Abwechslung mit einem Genrevertreter, der sich historischen und vor allem unverbrauchten Materials bedient? Na, Interesse geweckt? Dann könnte The Golden Horde genau das richtige Spiel sein. Allerdings müssen wir an dieser Stelle die Betonung auf das Wort "könnte" legen.

Zwar sehen die Figuren aus der Nähe halbwegs hübsch aus, doch aufgrund der mangelnden Zoomstufe fehlt die Übersicht im Kampf..

Die Welt im Aufruhr
Auf den ersten Blick wirkt The Golden Horde - abgesehen von Setting - wie ein ganz gewöhnliches Echtzeit-Strategiespiel. Drei Fraktionen, die sich (leicht) unterschiedlich spielen, Rohstoffabbau, Armeen prallen aufeinander und Helden mischen in den Scharmützeln mit. Das alles hat man schon dutzende Male in anderen Titeln dieses Genres gesehen. Dennoch hat das Spiel aus den Händen von Entwickler World Forge einen ganz eigenen Charme. Das fängt bereits mit dem erwähnten Szenario an. Den Hobbygeneral verschlägt es in die Welt des 13. Jahrhunderts, die nicht selten von Krieg, Eroberungsfeldzügen und Chaos geprägt war. The Golden Horde basiert zum großen Teil auf wahren Ereignissen dieser Epoche und bietet einige historische Schlachten, die man am heimischen PC nachspielen kann. Zur Auswahl stehen drei Völker: Russen, Mongolen und die Kreuzritter. Die
Fraktionen verfügen über besondere Eigenarten, die sie von ihren Widersachern abheben. So ist es beispielsweise den Mongolen möglich, ihre Zelte abzubauen und an einem anderen Ort wieder aufzustellen. Die Russen hingegen setzen auf einen kompakten Stadtbau samt Befestigungsmauern.

Jede Fraktion bekommt eine eigene Kampagne spendiert, die jedoch recht belanglose Missionen enthält und irgendwie zusammengeflickt wirkt. Eine zusammenhängende Story samt mitreißender Atmosphäre gibt es nicht. Zwar sind einige der Kämpfe durchaus interessant aufgebaut (Schleicheinlagen etc.), doch das Niveau schwankt zu stark, um ein positives Fazit zu ermöglichen. Das gilt übrigens auch für die Fraktionen an sich: Zwar bemerkt man durchaus die individuellen Fähigkeiten und auch die Heldencharaktere haben Einfluss aufs Spielgeschehen. Das alles jedoch in einem sehr eingeschränkten Maß, so dass sich kaum ein einzigartiges Spielgefühl entwickelt.

Armee der Marke "Eigenbau"
Dieser Mangel an Kontinuität zieht sich durch nahezu jeden Aspekt des Spiels. So trumpft The Golden Horde mit einem interessanten Ansatz hinsichtlich der Armeezusammenstellung auf. Die von den Untertanen gewonnenen Rohstoffe werden zu Waffen und Rüstungen verarbeitet, die man in einem entsprechenden Menü an seine Leute verteilt. Man bestimmt mit der Vergabe der Ausrüstung die Spezialisierung der Truppen. Drückt man einem Bauern einen Bogen in die Hand, agiert dieser ab sofort als Fernkämpfer. Nimmt er erfolgreich an Schlachten teil, verbessern sich seine Werte und er perfektioniert den Umgang mit seiner Waffe. Diese Mechanik erlaubt sogar den Tausch der Ausrüstung während einer Schlacht, so dass man ein just erbeutetes Pferd sofort in den eigenen Reihen einsetzen kann. Klingt faszinierend, zieht jedoch gleichzeitig viel Mikromanagement nach sich, was nicht jedem Spieler schmecken dürfte. Nur wer sich die Mühe macht, diesen Aspekt voll auszuschöpfen respektive zu nutzen, entfaltet das volle Potenzial. Alle anderen winken irgendwann leicht genervt ab und belassen es bei Standardsoldaten ohne viel Feintuning.

Optisch unterscheiden sich die Fraktion deutlicher voneinander als spieltechnisch.

Ohne Zweifel gut gelungen ist der Einsatz des Wettersystems. Wind, Regen oder Schnee haben direkten Einfluss auf das Kampfgeschehen. Bei starken Windböen sind Fernkämpfer weniger effektiv, während Schnee das Vorankommen der Einheiten erschwert. Wer diese Faktoren zu seinen Gunsten nutzt, kommt in den Genuss taktisch tiefgreifender Schlachten. Doch schon kommt wieder ein "Aber" hinterher: Die Gegner-KI agiert nur selten clever genug, um zu solchen Taktikspielereien greifen zu müssen. Oftmals reicht es aus, die Armeen aufeinanderprallen zu lassen und Standardmanöver auszuführen. Schade eigentlich.

Schade ist auch das passende Stichwort hinsichtlich der Präsentation. Man merkt der Engine ihr Alter mittlerweile an: Trotz einiger hübscher Effekte und den annehmbaren Animationen bleibt aufgrund von detailarmen Landschaften und kantigen Objekten ein fader Beigeschmack. Zudem wünscht man sich stets mindestens eine weitere Zoomstufe, um mehr Übersicht zu erhalten. Der Soundtrack ist bis ein paar Ausnahmen recht stimmig, die Sprachsamples lassen es hingegen an Abwechslung vermissen.
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Seiten: 1 Wertung

Kommentare

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  • 08.07.2008 - 15:14 Uhr TheFireWolf

    Sehr schön geschriebe :applaus: was das Spiel angeht:
    Ich habs noch nicht gezockt, was ich jetzt auch nicht
    mehr werde.

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