Nicht einmal zehn Tage bis zum Release. Viele Unentschlossene fragen sich: Ist Age of Conan die hohen Gebühren wirklich wert? Unser ausführliches Preview aus der closed Beta soll euch die Kaufentscheidung erleichtern!
Aber vorerst genug der kritischen Worte und zurück zum eigentlichen Spielinhalt. Dass das Kämpfen an sich Spaß macht, habe ich ja bereits gesagt, aber wie sieht es mit der Story - also den
Quests - aus? Das Prädikat "barbarisch" haben sich zwar viele der Aufgaben in Age of Conan verdient, aber längst nicht alle. Oft wurde ich nicht zum Jäger, sondern zum einfachen Sammler degradiert: Früchte, Pilze, Kräuter, Knochen... die Liste, der gesammelten Gegenstände ist lang. Über diese eher einfallslosen Aufträge trösten nur zwei Dinge hinweg: Zum einen die gelungene Sprachausgabe der NPCs, die einem selbst die langweiligsten Jobs schmackhaft reden können, und (natürlich!) das Kampfsystem, denn meist gibt's auf dem Weg ja doch den ein oder anderen Gegner zu Verprügeln. Auch wenn die meisten
Quests nicht gerade vor innovativen Ideen strotzen, so sind sie jedenfalls bestens in die Welt von Hyboria eingebunden und überzeugen vor allem wegen der glaubwürdigen NPCs. Diese versprühen Dank der umfangreichen Sprachausgabe und den realistischen Animationen mehr Leben als in jedem anderen
MMOG auf dem Markt. Besonders kommt dies bei den Einzelspieler-Missionen bis Stufe 20 zum Tragen. Solange man sich nämlich in Tortage und Umgebung aufhält, durchlebt man des Nachts eine besonders intensive Questreihe, die sogar je nach gewählter Klasse - für jeden der vier Archetypen anders - variiert. Ohne zu viel verraten zu wollen (Spoilerwarnung für den Rest des Satzes!), aber den Vulkan über Tortage zum Ausbruch zu bringen und anschließend durch die brennenden Feinde und einen wahren Feuerregen um sein Leben zu rennen, ist - gerade für ein
MMOG - wirklich ganz großes Kino.

Die Charaktere sehen nicht nur erstklassig aus und verfügen über realistische Animationen, sie glänzen sogar mit professioneller Sprachausgabe.

Abheben tut sich Age of Conan vor allem in Sachen Atmosphäre. Schon bei den ersten Dialogen versteht man, warum dieses Spiel erst ab 18 Jahren freigegeben ist. Die derben Kraftausdrücke und teils sehr fragwürdigen Absichten so mancher NPCs erinnern stark an das großartige Flair, das vor Kurzem erst The Witcher auf die PCs vieler Rollenspieler brachte. Huren lehnen sich freizügig über die Balkone von Tortage, plündernde Piraten lauern mir hinter der örtlichen Taverne auf, die Wachen sind bestechlich, besoffen oder selbst nichts anderes als Verbrecher; insgesamt also eine herrlich dreckige Atmosphäre, die man so in einem
MMOG noch nicht erlebt hat. Flower-Power-Nachtelfen und süße Gnome mit pinken Haaren würden in der rauen Welt von Age of Conan wohl keine Sekunde lang überleben. Und auch die großen Kulleraugen und übertriebenen Leuchteffekte so vieler asiatischer Genre-Vertreter sucht man in diesem norwegischen Produkt vergebens. Es scheint, als würden es gerade die Europäer gern etwas herber und realistischer mögen, wenn man bedenkt, dass auch The Witcher und Gothic 3, die atmosphärisch in eine ähnliche Richtung gehen, aus Europa stammen.
Eigentlich lässt sich Tortage erst auf Level 20 nach dem Abschließen sämtlicher Einzelspieler-Missionen verlassen, für Ungeduldige gibt es jedoch auch eine schnelle Variante. Allerdings ist diese sehr gut versteckt. Hinter einem der Häuser in der Piratenstadt finden besonders neugierige und aufmerksame Spieler eine geheime Notiz, in der von einem Schmuggler die Rede ist. Hat man diesen schließlich in einer entlegenen Lagerhalle aufgespürt, kann man das Startgebiet auch schon früher hinter sich lassen und direkt in seine Heimat - Cimmerien, Aquilonien oder Stygien - überschiffen.

In Hyboria sind Pferde, Nashörner und Mammuts nicht nur für den schnellen Transport der Spieler zuständig, es lässt sich sogar von ihrem Rücken aus in die Schlacht ziehen.

Während in Tortage bereits fast alle Dialoge sogar in deutscher Sprache vertont waren, blieben die NPCs in Cimmerien im deutschen Beta-Client bisher noch stumm. Kein Wunder bei der Menge gesprochener Worte, die es zu übersetzen und vertonen gilt. Bleibt abzuwarten, wie weit fortgeschritten die Lokalisierung zu Release sein wird. Die Qualität war bisher jedenfalls bis auf wenige Ausnahmen durchweg sehr hoch. Das lässt hoffen.
Ein ganz entscheidender Punkt lässt sich bisher allerdings kaum beurteilen: Das PvP. Die bereits im Artikel zum PvP-Betawochenende geschilderten PvP-Minispiele sind zwar ganz nett, aber sind eher

etwas für Zwischendurch und bieten auf lange Sicht kaum Abwechslung. Die im Vorfeld von Funcom bereits seit Langem angepriesenen Belagerungsschlachten sind erst ab einem gewissen Level spielbar, immerhin sollte man dazu einer
Gilde mit einer eigenen Spielerstadt angehören oder einer verfeindeten Spielergemeinschaft, die eben jene Stadt angreift. Somit lässt sich das wichtigste Spieler-gegen-Spieler-Feature noch nicht einschätzen. Auf dem Papier klingt es großartig und gerade die Besonderheit von Age of Conan, dass es eine Kollisionsabfrage zwischen Spielercharakteren gibt und man also nicht wie in anderen MMOGs einfach durch seine Gegner hindurch stürmen kann, dürfte dabei erst voll zur Geltung kommen. Dasselbe gilt für den Kampf zu Pferd bzw. zu Nashorn oder Mammut. In der relativ kurzen Spielzeit haben wir es natürlich nicht geschafft, den nötigen Level zu erreichen sowie die nötige Menge Gold zu sammeln. Was man in bisher veröffentlichten Videos zu diesem Thema sehen konnte, sah durchaus überzeugend aus, aber für ein unparteiisches Urteil fehlt uns auch hier die eigene Spielerfahrung.

Umweltverschmutzung in Age of Conan. Grund: Das viel zu kleine Inventar, das zu Anfang beinahe permanent überfüllt ist.

Für ein spaßiges PvP-Erlebnis ist zudem die Balance zwischen den Klassen ein entscheidender Faktor. Bei zwölf teils sehr unterschiedlichen Klassen hat sich Funcom hier einiges vorgenommen. Ob es also bereits zu Release gelingt, die Balance für ein faires Spielerlebnis herzustellen, lässt sich nach den wenigen Wochen in der Beta nicht voraussagen. Das Handwerks-System ist ein weiterer Aspekt, der sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht auf Spielspaß prüfen ließ. Wer allerdings sehr großen Wert auf das Crafting legt, dürfte bei Age of Conan nicht ganz an der richtigen Adresse sein, denn derzeit liegt das nötige Minimal-Level hierfür bei 40.
Ein anderes im Vorfeld angepriesene Feature lässt sich dagegen schon sehr wohl beurteilen: Die Rede ist von der Grafik. Auf Messen und in Interviews kündigten die Entwickler an, dass Age of Conan zu Release das mit Abstand schönste Online-
Rollenspiel auf dem Markt sein solle. Schön ist es auch geworden, keine Frage. Aber nach solchen Ankündigungen hatte man fast ein wenig mehr erwartet. Gerade die Texturen der üppigen Vegetation wirken bei näherer Betrachtung recht verwaschen und nicht mehr allzu schön. Hervorragend sind Funcom dagegen die Charaktere gelungen, die sehr lebendig anmuten und jede Menge Details aufweisen. Dasselbe gilt auch für die Rüstungen, die gut zum sonstigen realistischen Look passen. Die Sichtweite erschien mir wiederum trotz maximaler Einstellungen im Gegensatz zu Herr der Ringe Online nicht allzu hoch und weit entfernte Gebirge und Bäume sahen sehr eckig aus. Insgesamt ist es aber natürlich auch eine Geschmacksfrage. Als Anhaltspunkt: Wer einen Grafikstil à la Gothic 3 mag, der wird Hyborias Aussehen lieben.

Auch wenn es im Detail kleinere Schwächen gibt, insgesamt wirkt die Grafik stimmig und überzeugend.

Wer jedoch über nur wenig Arbeitsspeicher verfügt, dürfte sich hin und wieder über die lästigen Ladezeiten zwischen zwei Gebieten ärgern. Manchmal zwingen einen
Quests dazu, zwischen zwei Zonen innerhalb kurzer Zeit relativ häufig hin und her zu wechseln und dann können lange Ladezeiten schnell anfangen zu nerven.
Absolut nichts gibt es dagegen am stimmigen Sound auszusetzen. Der epische Soundtrack unterstreicht die martialische Stimmung perfekt und die Tier- und Kampfgeräusche wirken glaubwürdig. Gerade sie lassen einen Gang durch den Dschungel von Tortage so echt und bedrohlich wirken und wenn in den Bergen von Cimmerien die Wölfe den Mond anheulen, gibt man gleich bedeutend mehr Acht auf seine Umgebung. Die sehr gute Qualität der Synchronisation habe ich ja bereits weiter oben geschildert.
Ersteindruck:
Aufgrund des noch sehr schwer zu beurteilenden PvPs, Craftings und Spielerstädten, lässt sich zurzeit längst keine vollständige Bewertung des Spiels abgeben. Fest steht aber, dass Funcom es geschafft hat, dem klassischen und seit Jahren unveränderten Kampfsystem sämtlicher MMOGs einen kräftigen Tritt hin zu mehr Action zu verpassen. Wer es gern gemütlich mag, der ist bei Age of Conan daher definitiv fehl am Platze. Die geschmeidigen und realistischen Animationen gepaart mit dem aktiven Kampfsystem sorgen für ein sehr intensives Spielerlebnis. Das lässt einen sogar verzeihen, dass die
Quests wiederum größtenteils nur die übliche
MMOG-Standardkost sind.
Punkten kann AoC auch in Sachen Atmosphäre, die ganz klar auf ein erwachseneres Publikum abzielt und die von den vielen aus Asien stammenden MMOGs kaum weiter entfernt sein könnte. Zudem sind Sprachausgabe und Sound - soweit es sich bisher beurteilen lässt - absolut top.
Die größte Gefahr geht deshalb von den zurzeit noch zu vielen
Bugs im Spiel aus. Wenn die Entwickler es schaffen, die zahlreichen kleineren und größeren Probleme, Fehler und Abstürze bis zum Release zu beseitigen, dann steht einem herrlich actionreichen Ausflug in die erwachsene Welt von Hyboria nichts mehr im Wege. Abzuwarten bliebe dann lediglich, wie gut sich die Belagerungsschlachten und das übrige PvP-System in der Praxis spielen.
Wie schwer die einzelnen Vor- und Nachteile wiegen, ist wohl für jeden individuell verschieden. Die Frage "Kaufen oder nicht?" solltet ihr euch also nach all diesen Informationen am besten selbst beantworten.
21.05.2008 - 00:41 Uhr Like
schon da sei aber sie mir die erst ab 23 Verkaufen
würden. Voll gemein!
Kann zwar trotzdem erst ab dem 23. zocken aber wäre
natürlich schön gewesen schonmal das Handbuch zu
studieren ;)
20.05.2008 - 22:09 Uhr Nestro
einen Joghurt auf dem das Herstellungdatum steht und
muss mich dann selbst informieren, wie lange denn
dieser Joghurt geniessbar ist. Noch dümmer verkaufen
kann man andere nicht. Insbesondere von Usern
vorgetragene Besserwissereien kotzen mich echt an, nur
weil sie nix besseres zu tun haben als den ganzen Tag
vor dem Rechner zu hocken.
20.05.2008 - 18:59 Uhr Totila
EA sollte am 20.05.08 beginnen.
Wurde dann auf den 17.05.08 vorgezogen. Gründe sind
nicht genannt worden. Entweder sind sie schneller
fertig geworden als geplant oder sie haben geglaubt,
dass 3 Tage doch nicht attraktiv genug sind.
Begrenzter EA ist nur logisch weil es ja sonst kein EA
sonder Release wäre. Die Server kosten Geld und werden
daher erst zum Release aufgestellt und optimiert. D.h.
zum Release müssen alle Server stehen. Ein paar Tage
vor Release stehen auch schon Server aber ebend noch
nicht alle. Daher kann man schon einer begrenzten
Anzahl Spielern den Zugang gewähren. Leider haben Eidos
und Funcom nicht klar genug kommuniziert, dass die
Anzahl der PO nicht der Anzahl der EA entspricht und
nicht jeder, der eine PO kauft automatisch ein EA
mitkauft. Wer sich genau informiert hat wusste das.
20.05.2008 - 14:17 Uhr Tadian
stark.
Es werden ja weitere Instanzen des Gebietes geöffnet
wenns zu voll wird.
3-Tage-Früher-Zugang gibts nicht mit der Pre-Order,
diese 3 Tage waren eigentlich der EarlyAccess. Warum
der jetzt schon früher verfügbar ist, kA.
19.05.2008 - 23:17 Uhr FoamTastic
treten aber wie ich deinen post gesehen habe musste ich
mich einfach auf ow registrieren und das hier
schreiben:
PO ohne EA = 23.5.2008 snafangen wie alle anderen, nix
mit 3 tage mit po und 6 mit ea. firlefanz is das.
überfülltes startgebiet? megalol, machense halt 2
server mehr auf und denn .. btw nachtmodus?
____________________________
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal...